In Bezug auf den Tarifabschluss stellt die Studie fest, dass größere Betriebe häufiger unter Tarifverträge fallen als kleinere (Tabelle 1). Die Daten zeigen auch, dass im Jahr 2005 etwa 38 % bzw. 3 % der Betriebe in Westdeutschland durch Branchen- bzw. Betriebsvereinbarungen abgedeckt waren, während 19 % bzw. 4 % der Unternehmen in Ostdeutschland von Branchentarifverträgen bzw. Betriebsvereinbarungen erfasst wurden. Mehr als die Hälfte der Betriebe in Westdeutschland und rund drei Viertel der ostdeutschen Unternehmen waren nicht an Tarifverträge gebunden. Mehr als ein Drittel der Unternehmen in Ost- und Westdeutschland gab zu, branchenspezifische Tarifverträge als Richtschnur für Einzelverträge zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern zu verwenden. Wichtig ist, dass diese Episoden eine vielversprechende Geschichte der Verschmelzung zwischen etablierten Gewerkschaften und selbstorganisierten oder Basisbewegungen zur “Wiederherstellung der Solidarität” erzählen, ungeachtet des anfänglichen (manchmal anhaltenden) gegenseitigen Misstrauens. Erfolgreiche Beispiele für Verhandlungen im Rahmen atypischer Arbeit, die vor Jahrzehnten im Bereich der Zeitarbeitsfirmen und in Sektoren, in denen atypische Arbeit weit verbreitet ist, wie die Kultur-, Kreativ- und Medienindustrie, entstanden sind, bestätigen, dass “Systeme in der Lage sind, sich an unterschiedliche und neue Arbeitsformen anzupassen, wie die OECD in ihrem jüngsten Beschäftigungsausblick 2019 erläutert. Da kollektive Interessen, die sich strukturell gegen die des Managements stellen, trotz großer fortlaufender Veränderungen unverändert bleiben, können schwierige Zeiten neues Denken anregen und damit neue Möglichkeiten für Kollektivverhandlungen eröffnen. Im Juli 2018 wurde ein historischer Tarifvertrag zwischen der dänischen Gewerkschaft 3F und Hilfr.dk, einer Plattform für Reinigungsdienstleistungen, unterzeichnet. Dank der Vereinbarung werden Hausreiniger, die früher ausnahmslos als Selbständige eingestuft wurden, nach 100 Arbeitsstunden als Arbeitnehmer betrachtet, es sei denn, sie entscheiden sich ausdrücklich gegen diesen Status.

Die Ein-Arbeitgeber-Vereinbarung legt einen erheblichen stündlichen Mindestlohn, Kündigungsschutz, Datenschutzrechte und ein System zur Regelung der Annullierung von Schichten fest. Der Studie zufolge bestätigten 13 % der tarifgebundenen Unternehmen in Ost- und Westdeutschland, dass es in ihren Tarifverträgen Öffnungsklauseln gibt (Tabelle 2). Von diesen Einrichtungen haben im Jahr 2005 52 % von Öffnungsklauseln Gebrauch gemacht. Diese Klauseln wurden am häufigsten im Verkehrs- und Kommunikationssektor sowohl im Westen (74 %) verwendet. Ostdeutschland (88%). Auch Betriebe im Baugewerbe in Ostdeutschland (89 %) sowie im Westdeutschen Konsumgütersektor (73 %) wendeten häufig Öffnungsklauseln an. Es gibt rechtliche und praktische Abhilfemaßnahmen gegen diese Kategorien von Hindernissen. So könnten beispielsweise Tarifverhandlungen von Arbeitnehmern, die fälschlicherweise als Selbständige eingestuft werden, durch ein zielführendes gerichtliches Eingreifen des Gerichtshofs der Europäischen Union von Kartellverbotsbeschränkungen ausgenommen werden.