Klauseln dieser Art, die künftige Änderungen von Tarifverträgen betreffen, werden häufig als “dynamisch” bezeichnet (im Gegensatz zu “statischen” Klauseln, die nur darauf abzielen würden, die klauseln anzuwenden, die zum Zeitpunkt der Übertragung im Tarifvertrag enthalten waren). Die Klausel stehe im Einklang mit dem deutschen Recht über die Übertragung von Unternehmen, das eine unveränderte Übertragung der Geschäftsbedingungen auf den Erwerber auf dynamische Weise vorhabe. Der Sachverhalt des anschließenden EuGH-Falls Alemo-Herron besagte, dass Die Beschäftigten einer lokalen Behörde Arbeitsverträge hatten, in denen es hieß, dass ihre Bedingungen mit den von Zeit zu Zeit vom Nationalen Gemeinsamen Rat für den kommunalen Dienst ausgehandelten Tarifverträgen übereinstimmen würden. Bei einer TUPE-Übertragung wechselten die von der örtlichen Behörde beschäftigten Mitarbeiter auf ein privates Unternehmen, das nicht an den Tarifverhandlungen beteiligt war. Der EuGH stellte fest, dass die bedingungen in Tarifverträgen, die nach dem Übergabetermin ausgehandelt wurden, nicht gegen den Erwerber durchsetzbar sind, der keine Möglichkeit hatte, an den Verhandlungen teilzunehmen. Der EuGH stellte fest, dass die Interessen der übertragenden Arbeitnehmer gegen die Interessen des Erwerbers abwägen müssen, und kam zu dem Schluss, dass eine dynamische Auslegung das Gleichgewicht zu weit zugunsten der Arbeitnehmer treiben würde. Sie fügte hinzu, dass eine dynamische Anwendung dem Grundrecht des Erwerbers auf unternehmerische Freiheit zuwiderlaufen würde, da er nicht über ausreichende Vertragsfreiheit verstünde (da er keine Möglichkeit hätte, an den Tarifverhandlungen beteiligt zu werden). In Werhof war der fragliche Tarifvertrag von einem Arbeitgeberverband ausgehandelt worden, dem der Veräußerer angehörte, der Erwerber jedoch nicht. Drei Jahre nach dem Transfertermin hat sich der Arbeitgeberverband auf einen neuen Tarifvertrag mit höheren Lohnsätzen geeinigt. Der anspruchsberechtigte Arbeitnehmer, der mit dem Unternehmen übergegangen war, versuchte zu argumentieren, dass er Anspruch auf den erhöhten Lohnsatz nach dem neuen Tarifvertrag (d. h.

eine “dynamische” Konstruktion) habe. Der EuGH widersprach und entschied, dass das Unionsrecht nicht die Absicht habe, dass Die Übernehmer an andere als die zum Zeitpunkt der Übertragung geltenden Tarifverträge gebunden seien. Eine solche Auslegung stehe im Einklang mit dem Ziel der Rechtsvorschriften, die Rechte und Interessen der zum Zeitpunkt der Versetzung geltenden Arbeitnehmer zu wahren. Ihr Zweck war nicht, zukünftige Erwartungen an Rechte oder hypothetische Vorteile zu schützen, die sich aus künftigen Änderungen von Tarifverträgen ergeben könnten. Es ging um die Frage, ob der Erwerber nach der Übertragung eines Unternehmens verpflichtet ist, die Bedingungen anzuwenden, die sich aus den nach dieser Übertragung getroffenen Tarifverträgen ergeben.